Armbändchen mit Aufschrift Community vs. Individualism Social Media Week

auf der social media week 2018 #smwhh


Armbändchen mit Aufschrift Community vs. Individualism Social Media WeekVon Mittwoch, den 28. Februar, bis Freitag, den 3. März, machte ich mich auf nach Hamburg, um zu socializen, zu netzwerken, zu lernen und zu sehen, wie weit Würzburg und ich im überregionalen Vergleich dastehen.

Gar nicht schlecht. Teilweise.

Lasst mich mal ein paar meiner Haupt-Learnings (das, was ich denke, gelernt zu haben) zusammenfassen:

ein paar learnings

  1. Prinz Charles und Ozzy Osbourne sind gleich alt, beide reich und beide Familienväter.
    Und?
    Obacht mit den Zielgruppendefinitionen u. a. bei der Erstellung von Facebook Ads. Will ich reichen Engländern einen teuren Familienwagen verkaufen, könnte ich vielleicht mit meiner Cricket-Golf-Pferdekutsche-blingbling-Werbung Ozzy erwischen.
  2. Es ist tatsächlich verboten, dass Agenturen Rechtsberatungen durchführen. Daher, liebe SeminarteilnehmerInnen, werde ich nicht müde zu betonen, dass ich nur Tipps gebe und keine Juristin bin.

    drei Bildschirme mit Programm der Social Media Week und Tweets, Instas, Posts

  3. Social Recruiting ist DAS Ding. Potenzielle gute MitarbeiterInnen haben oftmals schon einen Job und suchen gar nicht aktiv. Genau die kann man damit abgreifen.
  4. Für mich die beste Alliteration des Kongresses: „Post & pray“. Meint: Als ArbeitgeberIn eine Stellenanzeige posten und danach beten, dass sich jemand meldet. Funktioniert übrigens nicht mehr.
  5. YouTube ist die zweitgrößte Suchmaschine im Netz. BAM.
  6. eBay-Kleinanzeigen hat eine YouTube-Sitcom mit echten Youtubern: Klein aber Hanna. Aha.
  7. Instwalks sollten lieber von Leuten organisiert werden, die schon mal auf Instagram waren und wissen, dass man dafür Fotos machen und was schreiben muss.
  8. „Always on“-Formate ziehen durch Regelmäßigkeit (vielleicht am besten an einem Wochentag) und müssen keine Kino-Qualität haben.
  9. Und zum Schluss: Die Maschinen, die contentschreibenden Menschen Konkurrenz machen, sind wirklich unterwegs und evozieren in mir das Bild einer Terminator-Apokalypse.

 

hat es sich für mich gelohnt?

Fünf Personen auf der Bühne sitzend im Hintergrund Schrift #dasmitdenmedienEs ist ja eigentlich nicht so ein Ding, von WÜ nach HH zu fahren. Außer, man hat eine Agentur, Kundschaft, die einem Arbeit gibt und gerade eine Mitarbeiterin eingestellt; außer, die Züge fallen aus, mit denen man eigentlich fahren wollte; außer, die fahrenden Züge haben 60 Minuten Verspätung. Aber Hamburg ist halt richtig geil und ich konnte zwei liebe FreundInnen wiedersehen. Ich habe ein paar nützliche Dinge mitgenommen, ein paar Trends gecheckt und ein paar nette Leute kennengelernt.

Für mein Ticket habe ich 25 Euro gezahlt. Es gab Umsonsttickets für Studis etc. Sie waren limitiert auf 30% und es ist gut, dass es sie gab. Da waren allerdings noch die „Premium“-Tickets zum „Premium“-Preis (ich hasse dieses Wort – die Automobilbranche hat das irgendwann mal fürs eigene Marketing erfunden – bestimmt BMW – und jetzt wird es von allen, auch unabhängigen JournalistInnen, benutzt). Das VIP-Ticket kostete jedenfalls über 200 Euro. Dafür gab es auch immer was zu Essen und zu Trinken – fancy Eis und Smoothies-Style – alles gesund, vegan, nachhaltig und so. Viel wichtiger: Es gab was Gepolstertes zum Hinsetzen und Workshops.

>workshops vs. panels< oder >wo ist der größte andrang< und >wer hat das beste ticket?<

Raum mit vilen Menschen, weißen Wänden, großen Fenstern, grünen LichteffektenDie letzte Frage kann ich gleich spoilern: „Nicht ich.“

Es war voll. Ja, es wollten viele Leute in die Vorträge und Diskussionen rein. Aus Sicherheitsgründen war irgendwann Schluss – voll okay und lobenswert. Leider war das mit den Live-Übertragungen aber nicht so ausgereift. Eher ein Überraschungsei, weil man nie wusste, was eben live übertragen würde.

Die Workshops waren auch voll, okay. Und man stand auch dort am ersten Tag an (ab Tag zwei verloren die Millenials offenbar sukzessive die Lust und fuhren lieber shoppen, der Andrang war dann deutlich geringer). Aber was einen dort erwartete, waren eben nicht großteils Vorträge von „Partnern“ (Eigenwerbung für Sponsoren in anderen Worten), sondern schöne Anleitungen und How-Tos.

Die Zwei-Klassen-Unterteilung wirkte sich leider nicht nur auf die besuchbaren Formate aus, sondern auch auf die reine Möglichkeit, all das zu hören, was interessierte. Während den VIPs Essen und Getränke zur Verfügung stand, mussten die anderen sich beim Bahnhof Altona versorgen (die Preise des Museumscafés in einer der Locations waren eben, wie man es von solchen Cafés kennt). Konnten die einen in leeren Räumen an Tischen mit dem Laptop arbeiten (soll ja unter der Woche immer mal wieder nötig sein), saßen die anderen auf kalten Steinstufen mit dem Laptop auf verknoteten Beinen.

Der ganze Zustand ist wirklich schade, wenn laut einem der Veranstalter eigentlich gerade mit den Freitickets eine „Weiterbildung für alle“ ermöglicht werden sollte. Kosten decken ist natürlich okay, aber die BesucherInnnen sind die ersten, die auf den „Premium“-Zug aufspringen und sich mehr Exklusivität für die wirklich zahlenden Gäste erwarten. Bedenkliche Gespräche konnte man da teilweise hören.

kultur war auch dabei

SChiffsmodell hängend im Eingangsbereich Altonaer Museum mit gespannten SegelnWas mich besonders freute: Nicht nur die Location des Altonaer Museums wurde für SMWHH genutzt, sondern auch täglich ein Social Media Walk durch die Räumlichkeiten gemacht. Ich weiß nicht, wie das zustande gekommen ist, aber – ausgehend vom Ergebnis – tippe ich auf folgende Variante:

SMWHH: Hey, danke, dass wir eure Räume nutzen können. Nice!

AltonaerMuseum: Klaro, kein Ding. Aber wie können wir denn bei dieser Gelegenheit auch gleich den TeilnehmerInnen bekannt gemacht werden?

SWMHH: Hmmmm, Museum … Kultur … Social Media … Da is‘ ja immer nicht so viel … Okay, krasse Idee: Social Media Walk!

AltMus: Oooookay – und wie geht sowas? Macht ihr das dann?

SWMHH: Öhm, nö. Das kriegt ihr schon hin. Einfach Leute mit ins Museum nehmen und ihnen spannende Sachen zeigen, die sie fotografieren können.

AltMus: Okydoke.

Denkt: Da nehmen wir unsere Museumspädagoginnen für die Führung, nicht etwa die Marketing-/Presse-/Öffentlichkeits-Leute und geben den TeilnehmerInnen was in die Hände, damit sie ihr Smartphone nicht mehr bedienen können. Und ein witziges und langes Gedicht tragen wir ihnen auch vor, weil Audio-Sachen das einzige sind, was man auf so einem Walk echt schlecht verwerten kann.

Hätte auch echt cool werden können. Dafür gab’s aber noch das:

dino im aufzug

Dinosaurierkostüm und Mann im AufzugEs gab ein Maskottchen. Denke ich. Einen Dino gab es jedenfalls.
Oder vielmehr einen Kerl, der im Dino-Kostüm herumgelaufen ist und ziemlich motiviert Stimmung gemacht hat. War eine richtig gute Idee und ich glaube, der Typ hatte auch Bock auf den Job.

Cool waren die zwei Locations direkt am Bahnhof Altona.

Insgesamt war es aber richtig kalt – so mit Schnee überall und Eis und Wind und roten Händen und brrrrrrr. Da hat das Pendeln zwischen den zwei Locations gar nicht mehr so viel Spaß gemacht.

Manchmal kam jemand mit einem kleinen Tablett voller Brötchen (in der VIP-Lounge heruntergefallen? LOL) angelaufen und wenn man schnell war, erwischte man eines.

Es waren viel mehr Frauen da als Männer. Der Altersdurchschnitt war gemischt, tendierte aber soweit ich sehen konnte, mehr zu den 20ern.

So, das war’s mit HH. Jetzt kommt erst mal das Event das Jahres in WÜ: die #wueww