kleine Uhr, schwarzweiß

der countdown läuft …


 

schließen, umziehen, renovieren, große veränderungen, wechselndes team … keine positiven nachrichten für Ihre kundschaft.

wie kommunizieren sie das trotzdem positiv?

Wenn auch nur auf Zeit: Umbauten, Renovierungen, Umzüge oder eine tatsächliche Verkleinerung stehen oftmals in Unternehmen oder Einrichtungen an. Peinlich nur, wenn dies an KundInnen/BesucherInnen vorbei geht und sie sich übergangen fühlen. Wären sie vorher informiert worden, würden sie sich ernster genommen fühlen. Denken Sie mal an den kleinen Laden von früher, wo die Chefin persönlich an der Kasse oder Ladentheke erzählte, dass sie nun bald in Rente ginge und dann zumachen würde. Eine freudige Nachricht war das noch immer nicht, doch demonstriert sie eine gewisse gefühlte Verpflichtung der Kundschaft gegenüber.

 

online/offline – zu bleibt zu?

Die Ladentheke der neuen Generation sind die sozialen Medien und die Ansprache richtet sich meist an alle, die „vorbei schauen“ – im real life vielleicht einem Aushang entsprechend. So ein Aushang kann ganz unterschiedlich gestaltet sein: handschriftlich auf einem Stück Papier, ein knalliges Poster mit Leuchtschrift oder dem (fast bedauernswerten) Umstand angemessen zurückhaltend.

Der größte Unterschied in der Nachrichtenverbreitung online und offline dürfte darin liegen, dass im Netz die Chance, an diesem Aushang vorbeizulaufen fast einmalig ist, während das Plakat am Laden morgens beim Weg zur Arbeit und abends beim Nachhauseweg und am nächsten Tag wieder dort hängt.

 

das netz macht einen unterschied

Gehen Sie in sich und überlegen Sie: Ein Geschäft, das Sie kennen, schließt kurzzeitig aufgrund von Umbauten. Sie lesen einen Post dazu auf Facebook. Was passiert? Was entscheiden Sie sich zu tun?

Wahrscheinlich nichts.

Nun lesen Sie in der Zeitung darüber. Vielleicht noch auf einem Blog. Was nun?

Es wird spannender. Sie haben jetzt Kenntnis über mehr Details und haben eine ungefähre Ahnung (Sie erinnern sich wahrscheinlich nicht mehr ganz genau), wann geschlossen wird. Ein bisschen fühlt sich das an wie Insider-Wissen.

Es tauchen nun täglich Facebook-Posts auf: Ein Countdown läuft. Ein Countdown, der nicht nur runterzählt, sondern auch weitere Infos wie die berühmten Easter Eggs fallen lässt. Und?

Spannung baut sich auf. Sie interessieren sich immer mehr für genau den Ort, der nun geschlossen werden soll. Die Chance erhöht sich um ein Vielfaches, dass Sie den Ort noch besuchen, denn durch den Countdown wissen Sie jetzt ganz genau – ohne sich ein konkretes Datum merken zu müssen – wann es soweit ist.

social media-specials

Sie konnten sich in das Szenario hineinversetzen und überlegen nun, wie Sie etwas Ähnliches für sich umsetzen können?

Unser Fallbeispiel zeigen wir gleich, hier vorab eine kleine Social-Media-Checkliste:

  • Legen Sie ein Hashtag für das Projekt fest
  • Bildmaterial unterstreicht Ihre Aussage und erhöht die Reichweite
  • Lassen Sie sich für jedes Mal, jedes Zählmoment im Countdown etwas Neues einfallen
  • Überlegen Sie, welche Kanäle Sie nutzen wollen

 

fallbeispiel made by Hue_Kom

Wir sind beim Martin von Wagner Museum der Universität Würzburg für Social Media zuständig. Das Museum besteht aus zwei großen Abteilungen: der Älteren und der Neueren (klicken Sie auf den Museumsnamen für mehr Infos). Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass die Neuere Abteilung komplett renoviert wird und zu diesem Zwecke vor Kurzem schloss – für fast ein Jahr.

Um das an die breite Öffentlichkeit heranzutragen, wurden Pressemitteilungen an Lokalzeitungen geschickt, lokale Blogs und die Fachwelt informiert.

Was Social Media angeht, diente Facebook als primary chanel und Twitter als secundary chanel. Facebook bietet einfach mehr Platz für Text – das war unser Hauptkriterium für die Auswahl. Getagt haben wir die Aktion konsequent auf jedem Kanal als #museum_countdown.

Sehen Sie sich die Bilder oben noch einmal an. So sollte das sein.

 

Von der bloßen Nummer, die bei einem Countdown die Hauptrolle spielt, haben wir bewusst Abstand genommen und Personen mit einbezogen, die direkt mit der vorübergehenden Schließung der Abteilung in Zusammenhang stehen (an dieser Stelle könnten Sie theoretisch auch Gegenstände, Inventar etc. nehmen). Alle waren einverstanden, dass ihre Namen veröffentlicht werden und alle durften Ihre Fotos sozusagen freigeben. Was nicht gefiel, wurde neu gemacht. So bleiben Ihre MitarbeiterInnen auch danach mit dem Projekt glücklich.

Die kurzen Texte schrieben wir bei Hümmer Kommunikation: für Facebook längere, für Twitter entsprechend kürzere.

Das Resultat für das Martin von Wagner Museum war noch einmal ein überdurchschnittlich hohes Besucheraufkommen und mehr soziale Interaktion im Netz als zuvor.

 

Das Schönste war aber sicher, dass selten eine derart ausgelassene Stimmung in den Räumen herrscht, wenn MuseumsmitarbeiterInnen durch’s Bild springen und tanzen und wenn gegenseitig so viele Komplimente für das gute Aussehen der anderen verteilt werden (s. Bilder unten). Und zack ist die interne Kommunikation gestärkt und das Team ein wenig mehr zusammengewachsen … ganz nebenbei.