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Gender Pay Gap im Marketing und überhaupt

Gender Pay Gap im Marketing und überhaupt

Der Gender Pay Gap ist ein Problem - auch im Marketing. Wie das in Deutschland und international aussieht, sehen wir uns hier an.

Inhalt

Der Gender Pay Gap ist ein anhaltendes Problem in vielen Berufsfeldern weltweit. Deutschland steht im europäischen Vergleich gar nicht gut da. Das Marketing als Berufsfeld bildet da ebenfalls keine Ausnahme. Wir wollen einen Blick auf die Lohnungleichheit zwischen den Geschlechtern im Marketing werfen, sowohl in Deutschland als auch international.

Lohnlücke in Deutschland

In Deutschland verdienen Frauen durchschnittlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Laut Statistiken des Statistischen Bundesamtes lag der unbereinigte Gender Pay Gap im Jahr 2022 bei 18% (PM vom 30.01.2023). Im Marketingbereich zeigt sich ein ähnliches Bild. Trotz der Tatsache, dass viele Frauen in diesem Sektor arbeiten, sind sie in Führungspositionen unterrepräsentiert und verdienen oft weniger als Männer in vergleichbaren Positionen.

Pay Gap im deutschen Marketing

In Horizont.net erschein im März ein Artikel, der zeigt, dass Frauen im Berufsfeld Marketing und PR im Vergleich zu anderen Arbeitsgebieten gerechter bezahlt werden. Trotzdem gibt es auch hier einen Gender Pay Gap. Frauen verdienen im Durchschnitt 20,05 Euro brutto pro Stunde, was 4,31 Euro weniger als Männer entspricht. Der unbereinigte Gender Pay Gap beträgt 6 %. Ein Großteil dieser Lohnlücke ist darauf zurückzuführen, dass Frauen häufiger in Teilzeit arbeiten und in Branchen oder Berufen tätig sind, die schlechter bezahlt werden. Die Lohnlücke variiert je nach Bildungsabschluss und Region, wobei sie in der Privatwirtschaft größer ist als im öffentlichen Dienst und im Westen Deutschlands höher als im Osten.

Internationale Perspektive

International zeigt sich ein ähnliches Bild. Der Gender Pay Gap ist ein globales Phänomen, das Frauen in vielen Ländern betrifft. Laut dem Marketing Week’s 2024 Career & Salary Survey  sind weibliche Marketingfachkräfte nicht nur mit einem Gender Pay Gap konfrontiert, sondern übernehmen auch häufig zusätzliche Verantwortung ohne entsprechende Bezahlung. Hier beträgt die Lücke 16 %.

Ursachen für und Maßnahmen gegen den Gender Pay Gap

Die Gründe für den Gender Pay Gap sind vielfältig. Sie reichen von der Unterrepräsentation von Frauen in Führungspositionen über Teilzeitarbeit und Karriereunterbrechungen bis hin zu Diskriminierung und Unterschieden bei Gehaltsverhandlungen. „Strukturbedingt“, nennt es der Dt. Bundestag, „also unter anderem darauf zurückzuführen, dass Frauen in schlechter bezahlten Branchen und Berufen arbeiten und seltener Führungspositionen erreichen. Auch arbeiten sie häufiger als Männer in Teilzeit- und in Minijobs. Durch das Herausrechnen dieser Faktoren, wird der bereinigte Gender Pay Gap ermittelt.“ Selbst bereinigt stehen immer noch 6% Lohnlücke im Raum (2018).

Ein anderer Faktor ist auch, dass viele Frauen durch die Ungleichbehandlung demotiviert sind, sich überhaupt zu bewerben; denn diese fängt ja bereits bei der Stellenvergabe und bei Bewerbungsprozessen an. Da können sich die angeblich so modern denkenden Männerseilschaften in Form von Studenten-Verbindungen direkt an die Nase fassen. Dazu kommen andere Zusammenschlüsse, in denen Frauen schlichtweg nicht zugelassen sind oder lange nicht waren. Für weitere wiederum sollte man sich einer Kirche (vor allem der katholischen) anbiedern, dann darf frau sich z. B. in Gesellschaft des „Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem“ sehen lassen; als „Dame“ versteht sich, „Ritter“ sind nur ihre männlichen Mitstreiter. Wer nun nichts mit solchen Institutionen anfangen kann oder – wie oft bei Frauen eben – schlichtweg keine Zeit hat, ihre Nachmittage und Abende am Stammtisch und in der Kirche zu verbringen, während Zuhause Kinder mit Hausaufgaben sitzen, die hat natürlich Pech gehabt und die VIPs vergeben ihre Jobs anderweitig.

Was dagegen tun?

Eine Verringerung des Gender Pay Gaps bedarf als der althergebrachten Maßnahmen wie der Förderung von Frauen in Führungspositionen, flexibleren Arbeitsmodellen, Transparenz bei der Gehaltsfindung und Bildung. Alle, die sich gegen die Frauenquote aussprechen, sitzen wahrscheinlich sehr weich und haben nicht mit solch „bürgerlichen“ Problemen zu kämpfen.

Darüber hinaus muss ein gesellschaftlicher Strukturwandel her. Der Pay Gap betrifft vor allem die Frauen mit höherer Bildung – dort kommen sie eben in ihren Positionen nicht weiter, weil ihnen gesellschaftliche Zugang zum „Studentischen Corps Whatsoever“ fehlt, weil sie auch in Organisationen, die Frauen aufnehmen, eine geringere Rolle spielen, überhört werden, ignoriert werden und sie noch immer trotz aller akademischen Abschlüsse als „Stütze der Familie“ gedacht werden (ohne Mutti läuft nix) und sich selbst dazu machen müssen – denn sonst macht es simpel und einfach niemand! Auch die Männer stehen bei diesen gesellschaftlichen Strukturen in Zugzwang, auch sie können nicht so, wie sie wollen; jedoch werden sie mit der besseren Bezahlung und den entsprechend guten Jobs für ihren Aufwand entschädigt.

Lohnlücke zwischen Frauen und Männern: International und anhaltend unnötig

Der Gender Pay Gap im Marketing ist also ein komplexes Problem, das sowohl in Deutschland als auch international angegangen werden muss. Es bedarf gemeinsamer Anstrengungen von Unternehmen, Politik und Gesellschaft, um eine gerechtere Arbeitswelt zu schaffen.

Die Überwindung des Gender Pay Gaps ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Eine diversifizierte Belegschaft und die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen am Arbeitsmarkt können zu einer stärkeren Wirtschaft und einer gerechteren Gesellschaft beitragen.

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